Sonderkraftstoffe und Bio-Kettenöl: Eine sinnvolle Alternative?

Datum: 15.01.2019


Normales Benzin und Öl sind eine Belastung für die Umwelt und bei der Waldarbeit oft nicht erlaubt. Diese Alternativen gibt es.

Sonderkraftstoffe werden oft auch das „Grüne Benzin“ genannt. Sie verbrennen rückstandslos und sind eine deutlich kleinere Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit als herkömmliche Zweitaktgemische.

Oest_Sonderkraftstoff

Bei der Arbeit mit handgeführten Verbrennungsmaschinen ist man unumgänglich den Abgasen und Dämpfen des Kraftstoffes ausgesetzt. Je länger und öfter mit Motorsägen, Heckenscheren und Laubbläsern gearbeitet wird die mit Normalbenzin laufen, desto stärker sind die Belastungen.

Herkömmliche Kraftstoffgemische werden in Zweitaktmotoren nicht vollständig verbrannt und gelangen in die Abgase. So entstehen giftige Dämpfe, die auch auf kurze Zeit schon extrem gesundheitsschädlich sind. Bemerkbar machen sich diese Stoffe schon direkt nach dem Arbeiten mit den Zweitaktern in Form von Kopfschmerzen, Hustenreiz und Schwindel. Das muss nicht sein. 

Die Vorteile von Sonderkraftstoffen: 

  • Reduzierte Schadstoffemissionen 
  • Benzolfrei
  • Rückstandslose Verbrennung 
  • Reduzierte Gesundheitsbelastung 
  • Verbesserte Motorleistung 
  • Stark verringerte Umweltbelastung 
  • Kein Entmischen: bis zu 5 Jahre lagerbar 
  • Verringerter Verschleiß 
  • besseres Kaltstartverhalten

Sonderkraftstoff ist in vielen Wäldern Pflicht

Professionelle Forstarbeiter setzen daher schon seit Jahren auf sogenannte Sonderkraftstoffe. In Deutschland ist in jedem Staatswald sowie in jedem Forstbetrieb die Verwendung von Sonderkraftstoffen sogar vorgeschrieben. Zum einen um die Umwelt vor den giftigen Abgasen sowie vor Schäden durch auslaufende Kraftstoffe zu schützen. Zum anderen von der Berufsgenossenschaft aus um die Arbeiter, welche die Zweitakter bedienen, vor Gesundheitsschäden zu schützen.

Hergestellt wird dieser Sonderkraftstoff aus reinen Gasen die bei der Rohöldestillation anfallen. Das synthetische Benzin besteht zum Großteil aus Alkylat, Isobutan und Isopentan und ist im Vergleich zu herkömmlichem Benzin benzolfrei und arm an Aromaten und Schwefel. Daher auch der Name Alkylatbenzin. Da die krebserregenden Bestandteile stark reduziert sind und das Gemisch rückstandsfrei verbrennt sind auch die entstehenden Abgase eine deutlich kleinere Belastung für Mensch und Umwelt.

Super Plus für die Motorsäge: Der hohe Reinheitsgrad schützt den Motor

Hinzukommt, dass Sonderkraftstoffe schon vorgemischt sind und nicht mehr selbst vor Ort mit Öl gemischt werden müssen. Die schon fertigen Kraftstoffe entmischen sich auch bei längerer Lagerzeit nicht und können so bis zu fünf Jahre gelagert werden. Die Sonderkraftstoffe können deshalb auch einfach im Tank gelassen werden, selbst wenn die Motorsäge eine Weile lang nicht genutzt wird. Das Entleeren des Tanks vor dem Winter und das Entsorgen von Altbenzin gehört der Vergangenheit an.

Alkylatbenzin besitzt eine höhere Klopffestigkeit als ein normales Zweitakt-Gemisch. Das liegt an der höheren Oktanzahl. Einfach gesagt kommt es zu weniger Selbstentzündungen im Brennraum wodurch der Verschleiß und der Kraftstoffverbrauch deutlich minimiert werden. Gerade im hohen Drehzahlbereich führt das zu mehr Leistung. Verglichen mit einem Auto-Motor wirkt Sonderkraftstoff also ungefähr wie Super Plus.

Herkömmliche Zweitaktmischungen haben einen Öl-Anteil im Kraftstoff welcher den Motor schmiert aber gleichzeitig auch mitverbrannt wird. Bei der Verbrennung dieses Öls entstehen starke Rußablagerungen im Verbrennungsraum und der Abgasanlage. Sonderkraftstoffe haben ebenfalls einen Öl-Anteil um den Motor zu schmieren, jedoch ist dieses Öl synthetisch. Das bedeutet es verbrennt nahezu rückstandslos. Ablagerungen im Motorraum sind dadurch auf ein Minimum reduziert.

Wenn eine Motorsäge, -Sense oder Rasenmäher von Normal-Gemisch auf Sonderkraftstoff umgestellt wird, entsteht anfangs mehr Rauch als üblich, da der Sonderkraftstoff die alten Rußablagerungen abbrennt und den Motor so reinigt. Dieser Säuberungseffekt sorgt dafür, dass der Motor seltener gewartet werden muss und eine höhere Lebensdauer hat.

Beim Wechsel zu Sonderkraftstoff: Den Vergaser richtig einstellen!

Sonderkraftstoffe haben meist eine geringere Dichte als herkömmliche Gemische. Damit der Motor optimal läuft kann es sein, dass der Vergaser justiert werden muss. Dafür einfach die Einstellschraube drehen, bis die gewünschte Leistung erreicht ist. Im Zweifelsfall hilft ein Blick ins Handbuch.

Viele Zweitakt-Besitzer sind noch vom höheren Preis abgeschreckt. Bedenkt man jedoch, dass dieser Sonderkraftstoff nicht nur eine Verbesserung für die Gesundheit und die Umwelt ist, sondern durch den hohen Reinheitsgrad auch die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Motors erhöht und gleichzeitig der Verbrauch sowie der Verschleiß minimiert werden, so relativiert sich der Mehrpreis schnell. Durch die lange Lagerzeit können auch größere Menge gekauft und über Jahre verwendet werden, wodurch die Kosten minimiert werden können.

Bio-Kettenöle: Eine umweltbewusste Alternative

Eine Motorsäge muss neben Kraftstoff auch mit Öl betankt werden. Dieses Öl wird dafür genutzt, die Reibung der Kette auf dem Schwert zu verringern. Dadurch wird vor allem der Verschleiß gemindert. Das Öl wird dabei nicht in den Tank zurückgeführt, sondern durch die schnelle Drehbewegung der Kette in der Umgebung versprüht. Man spricht von Verlustschmierung.

Arbeitet man im Wald, landet das Öl also einfach auf dem Waldboden. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 0,4 Litern Öl pro Betriebsstunde entsteht bei Verwendung von Mineralölen eine nicht unerhebliche Belastung für die Umwelt.

Daher greifen immer mehr Motorsägen-Besitzer zu Bio-Kettenölen. Im Staatswald sowie allen Forst- und Gartenbaubetrieben sind Bio-Kettenöle sogar Pflicht. Diese Schmieröle werden aus Pflanzenölen hergestellt und sind biologisch leicht abbaubar. Sie enthalten sehr geringe bis gar keine Erdölanteile. Die Umwelt wird durch das Versprühen dieser Öle nur noch sehr gering belastet.

Eine Motorsäge muss neben Kraftstoff auch mit Öl betankt werden. Dieses Öl wird dafür genutzt, die Reibung der Kette auf dem Schwert zu verringern. Dadurch wird vor allem der Verschleiß gemindert. Das Öl wird dabei nicht in den Tank zurückgeführt, sondern durch die schnelle Drehbewegung der Kette in der Umgebung versprüht. Man spricht von Verlustschmierung.

Arbeitet man im Wald, landet das Öl also einfach auf dem Waldboden. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 0,4 Litern Öl pro Betriebsstunde entsteht bei Verwendung von Mineralölen eine nicht unerhebliche Belastung für die Umwelt.

Daher greifen immer mehr Motorsägen-Besitzer zu Bio-Kettenölen. Im Staatswald sowie allen Forst- und Gartenbaubetrieben sind Bio-Kettenöle sogar Pflicht. Diese Schmieröle werden aus Pflanzenölen hergestellt und sind biologisch leicht abbaubar. Sie enthalten sehr geringe bis gar keine Erdölanteile. Die Umwelt wird durch das Versprühen dieser Öle nur noch sehr gering belastet.

Olivenöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl für die Motorsäge?

Die Verwendung von herkömmlichen Speiseölen aus dem Supermarkt ist nicht zu empfehlen, da sie durch geringere Haftkraft und Viskosität nicht immer bis an die Spitze des Schwertes kommen. Und genau dort ist die Belastung und der Verschleiß am größten. Auch die Unterseite des Schwerts wird dann meist nicht ausreichend geschmiert.

Auch billige Bio-Kettenöle sind nicht empfehlenswert, da sie schon nach kurzer Zeit verharzen und dadurch sowohl das Schwert, die Kette als auch die Ölpumpe beschädigen können. Vor allem bei längeren Standzeiten sollte der Öltank, auch bei hochwertigen Bio-Ölen, stets geleert werden um ein Verharzen zu verhindern.